Alle Jahre wieder: Nicht wirklich etwas Neues

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) steht seit jeher für Innovation auf dem Automobilmarkt. Auf pompösen Messeständen werden neue Konzepte präsentiert, die den Weg in die Zukunft der Mobilität ebnen. Doch dort, wo früher Begeisterung vonseiten der Besucher herrschte, warteten dieses Jahr erneut unmotivierte Neuerungen im Bereich der Technik und E-Mobilität – keine bahnbrechenden Konzeptstudien, keine revolutionären Neuerungen, und erst recht keine Hingabe zu außergewöhnlichem Fahrzeugdesign. Versteht uns nicht falsch: Wir halten E-Mobilität nicht für kritikwürdig, sehr wohl aber die fehlende Kreativität gegenwärtiger Automobilhersteller, die jedes Mal aufs Neue enttäuschend ist. Derzeit werden überwiegend gleichförmige Autos für die Masse gebaut, nicht jedoch für Enthusiasten: Unzählige SUVs mit geradezu langweiligen Formlinien, jedoch kaum neue Sportcoupés, die durch auffälliges Design punkten.

IAA 2019Foto von Alexander Migl, Hall 11 at IAA 2019 IMG 0699, CC BY-SA 4.0

Leider gab es nicht viele bahnbrechenden Innovationen zu sehen.

 

„Das waren noch normale Autos“ – Die IAA Heritage Halle 

Ironischerweise fanden wir all das, was wir an den Fahrzeugen der Zukunft vermissten, ausgerechnet in einer Halle, die bei vielen Messebesuchern auf heftigen Gegenwind stieß: in der IAA Heritage Halle, organisiert durch unseren Partner Motorworld. Die knapp 11.000 qm umfassende Ausstellungsfläche fokussierte sich ausschließlich auf klassische Fahrzeuge und sollte eine Brücke zwischen Zukunft und Herkunft der Mobilität schlagen. Für Oldtimer-Fans war dieser Ort ein kleines Paradies: Allen voran war ein Ferrari 250 Testa Rossa Spider Scaglietti zu bestaunen, der mit einem Marktwert von 15 bis 30 Millionen Euro eines der wertvollsten Fahrzeuge aller Zeiten ist. Nicht minder wertvoll war der ebenfalls von Ferrari ausgestellte 250 GT California Spider SWB, unserer Meinung nach eines der schönsten Fahrzeuge überhaupt. Neben der unfassbaren Ferrari-Ausstellung gab es auch Bugatti-Klassiker und einen Woodstock-Bulli zu sehen. Beeindruckend fanden wir auch den Rinspeed Yello Talbo, der auf der Messe zum Verkauf stand und zu den eher unbekannteren Modellen gehört. 

 

Diese Ansammlung seltener und zum Teil unbezahlbarer klassischer Fahrzeuge wird ein Grund dafür gewesen sein, dass die Oldtimer-Halle laut einigen Messebesuchern die bestbesuchte der ganzen IAA war. Ein weiterer Grund: Die Menschen fühlen sich von der Technisierung moderner Autos erschlagen. Die Aussage „Das waren noch normale Autos“ hörte man in der Oldtimer-Halle mehr als einmal fallen. 

 

Für Verkäufer schien sich die Reise zur IAA ebenfalls gelohnt zu haben: Überraschend viele Oldtimer wechselten den Besitzer – auch ein Mercedes 300 S Coupé, das für stolze 800.000€ verkauft wurde. An unserem Retromotion-Stand konnten wir viele spannende Gespräche über die derzeitige Ersatzteilsituation führen und die ein oder andere Nachforschung über Nachproduktionsmöglichkeiten gefragter Teile anstellen

 

Die Motorworld hat mit der IAA Heritage Ausstellung eine unvergleichliche Atmosphäre geschaffen, in der wir uns viel wohler gefühlt haben als in so manch anderer Halle. Oldtimer auf der IAA: Geht das? Durchaus. Denn auch aus der Vergangenheit lässt sich einiges für die Zukunft lernen: Design, beispielsweise. 

 

Zum Abschluss noch die schönsten Oldtimer der IAA in unserer Slideshow: