Dieser spannende Augenblick des Solitude-Rennens in Stuttgart 1964 ist nur einer der vielen Momente, die Werner Eisele mit seiner Kamera festgehalten hat. In der Szene ist der Motorsport-Fotograf, dessen Bilder für uns eine zeitlose Lebendigkeit ausstrahlen, längst zur Instanz geworden.

Warum die Fotografien von Eisele unser Team immer wieder aufs Neue begeistern und was sie so außergewöhnlich macht, erfahren Sie im Folgenden.

Wie seine Leidenschaft ihm zu weltweiter Bekanntheit verhalf

Eisele teilt eine große Leidenschaft mit uns: das Auto. Schon in jungen Jahren war der Fotograf von Rennwagen fasziniert und ließ sich von nichts abhalten, diese Passion auszuleben. Mit einer Vesperdose, die er vorgab, seinem Onkel bringen zu wollen, gelangte er erstmals ins Porsche-Werk, um seine Traumautos aus aller Nähe betrachten zu können. Dieser Eigenwille ist es auch, der seine Fotografien für uns so einzigartig macht.

Von seinem leidenschaftlichen Engagement sind wir ebenfalls begeistert. Er stand nie dort, wo alle anderen Fotografen standen, suchte immer nach der besten Perspektive. So kam es durchaus vor, dass Polizisten ihn von der Rennstecke zerren mussten, weil er für ein Foto mitten auf die Piste gerannt war.

Es ist also kein Wunder, dass sich Eisele als Fotograf schnell in der Szene herumsprach. Huschke von Hanstein, der damalige Rennleiter von Porsche, bat Eisele 1962 persönlich darum, seine Bilder bei ihm vorbei zu bringen, und legte somit den Grundstein seiner Karriere. Auch die Rennfahrer erkannten, mit welchem Engagement sich Eisele für ein gutes Foto einsetzte. Jim Clark

So entwickelten sich enge Freundschaften mit Rennsportlegenden wie Jimmy Clark oder Jacky Ickx. Jacky Ickx

Diese Beziehungen ermöglichten Eisele auch einen fotografischen Blick hinter die Kulissen der Szene. Wir lieben die Bilder von Nikki Lauda, der sich auf den Grand Prix 1975 vorbereitet. Oder die Aufnahme zweier Rennoveralls, die zum Trocknen am Gitter der Boxenmauer hängen.Nikki Lauda

Er machte die emotionalsten Momente der Motorsportgeschichte unsterblich

Nichts schien Eiseles Kameralinse zu entgehen. Durch seine Präsenz auf der Rennstrecke gelang es ihm, die Motorsportszene aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln zu dokumentieren. Das Ergebnis: ein unglaublich detailliertes und bewegendes Mosaik der Rennsportgeschichte. Im Folgenden lesen Sie die Aspekte, die Eiseles fotografisches Werk für uns so besonders machen.

  • Adrenalin pur
    Der Rennsport war in seinen Anfängen wesentlich gefährlicher als heutzutage – oft besaßen die Strecken nicht einmal Leitplanken. Die mangelnde Sicherheit machte jedes Rennen zu einem Überlebenskampf, in dem sich die Fahrer stets an ihr Limit bewegen mussten. Eiseles Fotografien bieten Momente voller Spannung und fangen den aufregenden, aber auch gefährlichen Charakter des frühen Motorsports auf eindrucksvolle Weise ein. Besonders gefällt uns der spektakuläre Kurvenkampf zwischen John Surtees und Jimmy Clark im Solitude-Rennen 1964 oder die actionreiche Nahaufnahme von Gerhard Mitter 1963.

  • Der Blick hinter die Kulissen
    Ein Rennen findet nicht nur auf dem Asphalt statt: Auch die Vorbereitungen und Reparaturarbeiten in den Boxengassen tragen zum Gesamtbild bei. Wegen seiner vielseitigen Beziehungen zur Szene konnte Eisele einen eingehenden Blick hinter die Kulissen werfen. So zeigen seine Bilder nicht nur die Rennfahrer in Aktion, sondern auch die Teams, die hinter ihnen stehen. Mechaniker, die letzte Arbeiten am Rennwagen durchführen oder Ferry Porsche, der auf das Startfeld blickt – das sind eindrucksvolle Bilder, wie man sie oft nur in Live-Aufnahmen zu sehen bekommt.

  • Persönliche Augenblicke
    Jacky Ickx vor dem Grand Prix 1973: oberkörperfrei steht er da, die Lippen geschürzt, ein Wasserglas in der Hand. In seinem Blick liegt vollste Konzentration. Beim Anblick dieses Bildes konnten wir richtig die Anspannung spüren, die Ickx zu diesem Zeitpunkt gehabt haben muss. Eisele hat viele solcher persönlichen Momente portraitiert und zeigt so die Rennsportlegenden aus einer erstaunlichen Nähe.

  • Zwischen Triumph und Tragödie
    Sein schlimmster Tag als Fotograf, so Eisele in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung, sei im April 1968 gewesen. Jimmy Clark, ein guter Freund von Eisele, verunglückte dort tödlich, als er von der Piste abkam und gegen einen Baum geschleudert wurde. Vom demolierten Wagen schoss Eisele ein letztes Foto. Auch solche traurigen und schockierenden Augenblicke sind Teil der „goldenen Ära“ des Rennsports.

Sein Werk ist in einem umfassenden Bildband verewigt

Werner Eisele Bildband

All diese bewegenden Momente, die Werner Eisele in den letzten Jahrzehnten festgehalten hat, sind im aktuellen Bildband „MOTOR RACING PHOTOGRAPHY“ zusammengetragen. Sein fotografisches Gesamtwerk ist durch zahlreiche Anekdoten und Kommentare ergänzt und bietet ein Stück Zeitgeschichte, das den Rennsport von seinen frühen Anfängen bis in die Gegenwart begleitet.

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