03.02.2022

Motoröl und Additive – Was braucht mein Auto?

Beim Kauf eines Oldtimers, Youngtimers oder eines Gebrauchten stellt sich früher oder später immer die Frage: Welches Motoröl braucht mein Wagen eigentlich? Um sich Klarheit zu verschaffen, reicht ein Blick ins Handbuch oder die Betriebsanleitung, die allerdings unter Umständen über 20 Jahre alt sein können. Dabei handelt es sich oft auch lediglich um eine Empfehlung, sofern garantieseitig nicht die Verwendung eines bestimmten Motoröls vorgegeben ist. Welches Öl ist also das Richtige für deinen Wagen, ist die Verwendung von Additiven für Kraftstoff und Motoröl sinnvoll und was bedeutet eigentlich 10W-40 oder 5W-30? – wir verraten es dir.

Das Motoröl ist ein sogenanntes Schmieröl, dessen Zweck die Verringerung von Reibung, Verschleiß und Geräuschen ist. Generell kann zwischen zwei Öl-Typen unterschieden werden: Motoröl auf Mineralöl-Basis und synthetischem Motröl, das aus Grundölen besteht, die oft nicht nur aus Erdöldestillaten und direkt aus solchen, sondern auch aus Erdgas gewonnen werden können.

Was sind Additive und wie wirken sie?

Additive (von lat. addere - hinzufügen) sind Zusatzstoffe, die Kraftstoff und Motoröl zugefügt werden, viele Vorteile mit sich bringen und sogar bares Geld sparen können, denn sie :

  • reinigen, pflegen und schützen Motor, Öl- und Kraftstoffsystem
  • schützen vor Korrosion
  • sie beugen teuren Reparaturen vor und erhöhen die Lebensdauer des Fahrzeugs
  • senken den Kraftstoff- und Ölverbrauch
  • erhöhen die Zuverlässigkeit des Autos
  • sind preislich erschwinglich, Additive des hochkarätigen Herstellers LIQUI MOLY sind beispielsweise bereits für unter 10€ zu haben

Anhand zweier Additive, eines für die Zugabe in den Kraftstofftank und eines für die Zugabe zum Motoröl, möchten wir dir die Wirksamkeit und den Nutzen von Additiven erklären:

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Lies bitte vor jedem Gebrauch die Anleitung und die richtige Anwendungsweise des Produkts noch einmal selbst genau durch, damit du nichts falsch machst!

Ventil Sauber ist ein Kraftstoff-Additiv von LIQUI MOLY und wird dem Kraftstoff beim Tanken in den Tank direkt zugegeben. Eine Dose mit einem Stückpreis von 3,95€ reicht für 75 Liter Kraftstoff.  Es reinigt Ablagerungen an Ventilen, Einspritzsystemen, Ansaugwegen, dem Vergaser sowie in Brennräumen und beugt ihnen vor. Es spart Kraftstoff und erhöht die Leistungsfähigkeit des Motors. Es ist für alle Benzinmotoren mit Vergaser und Motoren mit Saugrohreinspritzung geeignet.

Hydrostößel Additiv, ebenfalls von LIQUI MOLY, ist ein Hochleistungsadditiv zur Dämpfung der Geräuschbildung verunreinigter sowie verklebter Hydrostößel, es verbessert die Schmiereigenschaft des Motoröls und kann zu einem beliebigen Zeitpunkt dem Öl zugegeben werden. Eine Dose zum Preis von 5,50€ reicht für 6l Motoröl, ist also sehr ergiebig. Es reinigt Ölbohrungen und Kanäle im Ölkreislauf und gewährleistet deren optimales Funktionieren. Es verbessert darüber hinaus die Funktion öldruckgefüllter Steuerkettenspanner, was die Geräusche von Steuerketten reduzieren kann.

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Eine umfangreiche Auswahl von LIQUI MOLY-Additiven und -Motorölen höchster Güte und Qualität für sämtliche Anwendungsgebiete und zur vielseitigen Pflege deines Oldtimers, Youngtimers oder Wagens findest du in unserem Shop, bei einer Lieferzeit von lediglich 1-2 Werktagen. Betreibst du eine Werkstatt oder ein anderes Unternehmen? Dann komm auf uns zu, wir können dir besondere Konditionen anbieten.

Unterschiede zwischen Mineralöl und Synthetischem Öl

Motoröle auf Mineralöl-Basis werden durch Destillieren und Raffinieren aus Erdöl hergestellt und dabei die nicht gebrauchten Bestandteile entfernt. Die Herstellung ist unkompliziert und daher auch günstiger. Bei synthetischem Motoröl wird das Motoröl, wie bereits erwähnt, durch chemische Prozesse aus Erdöl oder auch Erdgas gewonnen und durchläuft bei der Herstellung deutlich mehr Verarbeitungsschritte. Bereits bei der Produktion werden bei Motorölen auf Mineralöl-Basis ca. 15% Additive beigemischt, bei (teil-)synthetischen Motorölen liegt der Wert bei ca. 30%.

Der Vorteil bei synthetischem Öl liegt ganz klar in der Möglichkeit des Herstellers, dem Öl besondere Eigenschaften zu verleihen, so verfügt synthetisches Motoröl über bessere Kaltstarteigenschaften, bessere Fließeigenschaften bei niedrigen Temperaturen, bessere Energie- und Kosteneffizienz sowie bessere thermische Stabilität und Oxidations-Resistenz. Die besseren Viskositätseigenschaften tragen auch zu einem verbesserten Schutz des Motors bei. Der Einzige Nachteil in synthetischen Motorölen liegt im höheren Anschaffungspreis, der jedoch durch eine längere Lebensdauer des Motors und längere Ölwechselintervalle ausgeglichen wird.

SAE Viskositätsklassen

Bereits seit ca. 111 Jahren werden die Viskositätsklassen von der Society of Automotive Engineers (SAE) festgelegt. Eine Unterscheidung in sogenannte Sommer- und Winteröle ist historisch bedingt, da in den Anfängen des Automobils das Motoröl der Jahreszeit entsprechend gewechselt werden musste. Heutzutage sind Mehrbereichsöle gängig, die bei niedrigen sowie auch hohen Temperaturen über die notwendigen Eigenschaften verfügen. Lediglich beim Motorsport oder in extremen Wettersituationen wird weiterhin auf Einbereichsöle zurückgegriffen.

Wir erklären dir die Viskositätsklassen am Beispiel des gängigen Motoröls SAE 10W-40:

Der voranstehende Teil der Bezeichnung „10W“ bezieht sich auf die Fließeigenschaften des Motoröls im Niedrigtemperaturbereich und zeigt das Temperaturspektrum an, in dem das Öl die zum einwandfreien Pumpen benötigte Viskosität aufweist:

·         SAE 0W: -40 °C

·         SAE 5W: -35 °C

·         SAE 10W: -30 °C

·         SAE 15W: -25 °C

·         SAE 20W: -20 °C

·         SAE 25W: -15 °C

Der nachstehende Bezeichnungs-Bestandteil bezieht sich auf die Fließeigenschaften bei hohen Öltemperaturen, wobei 100°C als Bezugstemperatur gilt, obwohl das Öl im Motor auch in Ausnahmefällen 120 oder sogar 130°C erreichen kann:

·         SAE 16: 5,6 bis 6,9 mm²/s

·         SAE 20: 6,9 bis 9,3 mm²/s

·         SAE 30: 9,3 bis 12,5 mm²/s

·         SAE 40: 12,5 bis 16,3 mm²/s

·         SAE 50: 16,3 bis 21,9 mm²/s

·         SAE 60: ≥ 21,9 mm²/s

Die physikalischen Werte sind natürlich schwer zu fassen, daher kann grundsätzlich festgehalten werden: je höher der Wert, desto dickflüssiger das Motoröl bei hohen Öltemperaturen und dementsprechend besser die Schmierfähigkeit im Motor.

Anhand dieser Übersicht kannst du noch einmal auf einen Blick nachvollziehen, wie die SAE-Viskositätsklassen für die einzelnen Temperaturbereiche gelten. Je höher die Viskosität, also die Zähflüssigkeit, desto besser die Schmierwirkung bei 100°C Motortemperatur.

Was bedeutet MoS2?

Dieses 10W-40 Leichtlauf Motoröl von LIQUI MOLY zum Preis von 27,80€ für 5 Liter (5,56€ pro Liter) hat also eine Betriebsfähigkeit bis Temperaturen von -35 °C (10W) und eine gute Viskosität von 12,5 bis 16,3 mm²/s (40) bei 100°C im Motor.  Es ist ein Mehrbereichsöl, also für den ganzjährigen Gebrauch, und für Benziner und Diesel gleichermaßen geeignet. Es handelt sich um ein teilsynthetisches Motoröl, einer Mischung aus Motoröl auf Mineralöl-Basis und synthetischem Öl. Der Zusatz MoS2 zeigt an, dass dieses Öl außerdem den Festschmierstoff Molybdändisulfit enthält, der für zusätzlichen Motorschutz sorgt, da MoS2 auch ohne Öl schmiert und das Metall vor Abrieb und Verschleiß schützt.

Nun gilt es noch zu klären, was es mit der Bezeichnung Leichtlauf auf sich hat.

Viele der Additive und Motoröle von LIQUI MOLY können auch in Oldtimern zur Anwendung kommen und die Laufleistung sowie die Lebensdauer deines Schmuckstücks verbessern und erhalten. Solltest du dir nicht sicher sein, ob du das Produkt bei deinem Oldtimer verwenden darfst, versichere dich bei einer fachkundigen Person, ansonsten kannst du auch auf die Produktgruppe LIQUI MOLY Classic zurückgreifen, die speziell für die Ansprüche von klassischen Fahrzeuge entwickelt wurde und unter anderem Motoröle für Oldtimer umfasst.

Leichtlauf- und Longlife-Öl

Sehr dünnflüssige Öle, kombiniert mit hochwertigen Additiven, ergeben sogenannte Leichtlauföle. Dabei kann trotz niedriger Viskosität (also ein sehr flüssiger Zustand) eine ausreichende Schmierstoffversorgung des Motors gewährleistet werden. Zweck hierfür ist das Sparen von Energie (Kraftstoff) durch weniger Reibung. Allerdings sind diese Motoröle nicht für jeden Motor geeignet. Es sollte vorher also unbedingt überprüft werden, ob das Öl zur Benutzung in deinem Auto freigegeben ist.

Das Longlife-Öl ist ein synthetisches Leichtlauföl und speziell bei modernen Fahrzeugen mit computergesteuertem Longlife-Service anzuwenden. Es darf niemals mit anderen Ölen gemischt werden und ist lediglich für den Gebrauch in ebenjenen Fahrzeugen geeignet!

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Überprüfe vor der Benutzung von Leichtlaufölen unbedingt, ob sie in deinem Fahrzeug verwendet werden dürfen, um etwaigen Schäden vorzubeugen!

Die ACEA-Spezifikation

Die seit 2008 aktuelle Norm für Motoröle geht auf die Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA), den europäischen Automobilherstellerverband, zurück. Dabei sind die Anforderungen an Motoren sowie auch Motorenöle an europäische Verhältnisse angepasst. Die ACEA-Spezifikationen unterscheiden in vier Kategorien:

·         A: Otto-Motoren

·         B: kleinvolumige Dieselmotoren in PKW und Kleintransportern

·         C: Otto- und Dieselmotoren in PKW mit Partikelfilter

·         E: LKW-Dieselmotoren

Hier wird zusätzlich noch in weitere Unterkategorien unterschieden:

·         A1/B1: Leichlauf-Motoröle (SAE 0W-30, 5W-20, 5W-30, 10W-30)

·         A2/B2: Standart-Motoröle

·         A3/B3: Premium-Motoröle, besonders scherstabil (SAE 0W-X, 5W-X, 10W-40, 15W-40)

·         A3/B4: wie A3/B3, zusätzlich auch für DI- und CR-Diesel (SAE 0W30, 0W-40, 5W-30, 5W-40, 10W-40)

·         A4: Di-Otto-Motoren

·         A5/B5: Premium-Leichtlauföle ähnlich A3/B4 (SAE 0W-30, 5W-30) mit abgesenkter Viskosität

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Scherstabilität ist die Eigenschaft des Motoröls, sich gegen Veränderung der Viskosität (Maß für die Zähflüssigkeit eines Fluids, bzw. einer Flüssigkeit) zu widersetzen.

PKW mit Partikelfilter (Otto und Diesel):

·         C1: ähnliche Performance wie A5/B5, Low-SAPS-Öle, niedrige Anteile von Sulfat-Asche (SA), Phosphor (P) und Schwefel (S) mit abgesenkter Viskosität (0W-X, 5W-X)

·         C2: Low-SAPS-Öle mit immer noch wenigen, aber mehr Anteilen an SAPS als C1, ebenfalls gesenkte Viskosität

·         C3: Low-SAPS-Öle, Performance wie A3/B4, mit hoher Viskosität und niedriger Viskosität (0W-X, 5W-X), ebenfalls höhere Anteile an SAPS als C1

Abgesenkte Viskosität heißt, dass das Motoröl bei hohen Temperaturen weniger schmier- bzw. scherstabil ist.

Das Thema Motoröl ist durchaus ein komplexes, aber ein sehr wichtiges, denn die Auswahl des richtigen Öls kann mithilfe von Additiven die Lebensdauer und die Performance deines Wagens deutlich erhöhen und über mehrere Jahre tausende Euro einsparen. Generell empfiehlt sich: beim Auto nicht sparen, greif lieber zum etwas höherpreisigen Motoröl von beispielsweise LIQUI MOLY, anstatt zum Discounterprodukt – dein Auto und dein Geldbeutel werden es dir danken.