Mit gerade mal 11.000 produzierten Exemplaren war der Honda S800 wahrlich kein Verkaufsschlager. Für das Image des japanischen Autoherstellers bedeutete dieses Fahrzeug aber weitaus mehr. Der Bonsai-Sportwagen, in Japan auch Esuhachi (エスはち, übersetzt S8) genannt, sorgte für viele überraschte Gesichter, als er 1967 auf dem deutschen Markt erschien:

  • Er brach mit allen Vorurteilen gegenüber asiatischen Fahrzeugen.
    Qualitativ minderwertig, veraltete Technik und langweiliges Design; In den 60er Jahren waren das gängige Assoziationen zu asiatischen Autos. Der S800 allerdings bestach nicht nur durch seine Linienführung, die entfernt an englische Roadster erinnerte, sondern auch durch seinen extrem leistungsstarken und kompakten Motor: Aus nur 0,8L Hubraum holte der Sportwagen stolze 67 PS heraus und beschleunigte mit 8.000 Umdrehungen auf bis zu 160 km/h. Hier wurde ein Rennaggregat alltagstauglich gemacht, was für die 60er Jahre eine wahre Meisterleistung darstellte.

Auch Porsche interessierte sich für den S800-Motor.

Auch Porsche interessierte sich für den S800-Motor.

Gerüchten zufolge hat Porsche ein Exemplar des Honda S800 erworben, um den Motor genauer studieren zu können. Kein Wunder: Der japanische Autohersteller hatte all seine Motorrad- und Formel-1-Erfahrungen in die Entwicklung des S800-Motors gesteckt. In puncto Drehzahl lag Honda in der Formel 1 jahrelang vorne, was sich auch im S800 bewährt machte. 

Erich Mayer at de.wikipedia, Honda S800 Motor, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

  • Der Honda S800 behauptete sich gegen die Konkurrenz.
    Mini-Sportwagen gab es auch bei konkurrierenden Autoherstellern – der S800 konnte im Vergleich jedoch problemlos mithalten. Der Bonsai-Sportwagen überzeugte vor allem durch seine hohen Elastizitätswerte: Während die Beschleunigung von 0 auf 80 im Vergleich eher durchschnittlich erschien, konnte dem S800 beim Sprint auf 120 km/h kaum jemand das Wasser reichen.

  • Er bot ein unbeschreibliches Fahrgefühl.
    Wer bereits den satten Sound eines S800-Motors gehört hat, kann sich vielleicht vorstellen, wie es sich anfühlt, in so einem Auto aufs Gaspedal zu treten. Oft wird behauptet, in einem S800 fühle man sich aufgrund der atemberaubenden Akustik schneller, als man in Wirklichkeit ist. Der Schalthebel in Joystick-Form und der tiefe Sitz verstärken dieses sportliche Fahrgefühl. Das einzige Manko: Der Honda S800 neigte zum Untersteuern und war vor allem bei holprigen Strecken nicht sehr angenehm zu fahren. Häufig konnte dieses Problem jedoch mit der Installation der damals sehr beliebten Koni-Stoßdämpfer behoben werden.

Honda S800 Coupé, Charles01, Honda S800 ca 1968 Schaffen-Diest 2012, CC BY-SA 3.0

In Deutschland wurden zwar nur 1200 Exemplare verkauft – doch das Ansehen asiatischer Fahrzeughersteller ist seitdem massiv angestiegen. Heute soll es nur noch etwa 150 Exemplare in Deutschland geben – wer also einen davon auf der Straße sieht, kann sich mehr als glücklich schätzen.

Bist du neugierig auf den Honda S800 geworden? Im Folgenden kannst du dieses Auto im HondaVideo-YouTube-Kanal bestaunen.