10 Fakten über Oldtimer, die du nicht wusstest

12.01.2021

10 Fakten über Oldtimer, die du nicht wusstest

Während die Automobil-Industrie stets an technischen Neuerungen arbeitet, wächst auch die Oldtimer-Fangemeinde unaufhörlich. Kein Wunder: Die alten Fahrzeuge erinnern mit ihrem individuellen Aussehen nicht nur an frühere Zeiten, sondern bieten auch einen extrem hohen Fahrspaß.

1. Die Restauration eines Oldtimers kostet im Schnitt 11.986€

Eine europaweite Studie aus dem Jahr 2014 hat ergeben, dass die komplette Restauration eines Oldtimers im Durschnitt 11.986€ kostet. Dazu gehören sowohl technische Arbeiten als auch Umbauten im Innenraum des Fahrzeugs.

Dieser recht ansehnliche Preis ist vermutlich auch der Grund dafür, dass im Zeitraum von 2004 bis 2014 in Europa nur 1,1 Kfz pro Oldtimer-Besitzer restauriert worden sind – 11.986€ sind immerhin 16,7% des durchschnittlichen Haushaltseinkommens eines Oldtimer-Besitzers.

Der durchschnittliche Gesamtwert eines Oldtimers in Deutschland beträgt laut der im Jahr 2020 erschienenen BBE-Studie 22.882€.

Eine guten Möglichkeit, bei der Beschaffung von Ersatzteilen bares Geld zu sparen ist der Preisvergleich im Internet. Hierbei muss allerdings die Qualität der bestellten Teile immer im Auge behalten werden um am Ende nicht an der falschen Stelle zu sparen. Als einer der größten Onlinehändler für Young- und Oldtimerersatzteile haben wir von Retromotion es uns zum Ziel gemacht, jedes Teil in bester Qualität zum unschlagbaren Preis verfügbar zu machen. Hierfür kooperieren wir direkt mit vielen Erstausrüstern und Markenherstellern und fertigen bei Bedarf sogar Teile nach.

Auto Restauration

2. Eine frühere Bezeichnung für Oldtimer war „Schnauferl“

Etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bezeichnete man Oldtimer auch umgangssprachlich als „Schnauferl“. Dieser Ausdruck ist aber nicht so verniedlichend gemeint, wie er klingt: Er bezieht sich auf die charakteristischen Geräusche des Schnüffelventils, das in den frühen Viertaktmotoren Verwendung fand.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Schnüffelventil von anderen Arten der Ventilsteuerung abgelöst – es war für die hohen Drehzahlen moderner Motoren nicht geeignet.

Schnauferl

Wie der typische Viertaktmotor funktioniert, erfährst du im folgenden Video.

3. Der erste Oldtimer-Club Deutschlands hatte einen Spargel als Wappen

Wir schreiben den 25. Mai 1900. Im Hotel Victoria treffen sich 5 Automobil-Begeisterte zum gemeinsamen Spargelessen. Keinen Monat später wird auf der Allgemeinen Motorfahrzeug-Ausstellung der erste Oldtimer-Club Deutschlands ausgerufen: der intern. Auto-Spargel-Club, kurz ASC.  

Relativ schnell benannten die Gründer den ASC in den Allgemeinen-Schnauferl-Club um. Der aufrecht stehende Spargel als Wappensymbol blieb dem Verein aber bis 1901 erhalten. Danach wurde das Spargel-Symbol durch einen De Bion-Bouton-Einzylindermotor ersetzt.

4. Jedes 100ste Auto in Europa ist ein Oldtimer

Abseits von Ausstellungen und Rallyes muss man schon genauer hinsehen, wenn man einen Oldtimer im Straßenverkehr erkennen will: einer FIVA-Studie von 2014 zufolge ist nur etwa jedes 100ste Auto in Europa ein Oldtimer. Diese Zahl dürfte sich aber in den vergangenen Jahren verändert haben. Aus diesem Grund hat die FIVA (Federation Internationale Vehicule Anciens), der Weltverband der Oldtimerclubs, 2020 eine neue Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse im Frühjahr 2021 erwartet werden können.

Ebenfalls sehr interessant: Die BBE-Studie 2020 ergab, dass ein Oldtimer im Schnitt nur 1.700 km jährlich bewegt wird. Die Sichtung eines historischen Fahrzeugs ist also etwas Besonderes.

Viele Oldtimer finden in Europa ihren Platz.

5. Die Durchquerung des Ärmelkanals mit dem Auto dauerte knapp 6 Stunden

Mit dem Amphicar sollte es Privatnutzern im Jahre 1961 erstmals möglich werden, sich sowohl an Land als auch im Wasser fortzubewegen. Am Heck der schwimmfähigen Fahrzeugkarosserie waren zwei Propeller befestigt. Damit konnte das Amphicar im Wasser eine Geschwindigkeit von 12 km/h erreichen. 

Das Amphicar
Bildrechte:

Tyler White, Amphicar red, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Nicht wirklich schnell, dafür aber ziemlich spaßig.

1962 gelang es zwei mutigen Franzosen, mit dem Amphicar den Ärmelkanal zu durchqueren. 5 Stunden und 50 Minuten brauchten die beiden für die 34 Kilometer lange Strecke. Ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, dass das Amphicar nicht für die Benutzung im Salzwasser ausgelegt war.

Aufgrund der geringen Nachfrage wurde die Produktion der schwimmfähigen Fahrzeuge jedoch nach 3.878 Exemplaren eingestellt. Heute existieren nur noch etwa 1.000 Exemplare der kultigen Oldtimer, weshalb sie in der Szene sehr gefragt sind.

Mehr Informationen über das Amphicar erhälst du auf spiegel.de.

6. Der größte Autofriedhof der Welt umfasst über 4.000 Fahrzeuge

 „Dont cry becus it over – Smile becus it happened.“ Mit diesen Worten werden die Besucher des größten Autofriedhofs der Welt begrüßt. Mehr als 4.000 Fahrzeuge verrotten in dem 13,75 Hektar großen Waldstück im amerikanischen Bundesstaat Georgia.

Autofriedhof Georgia

 Die Autowracks sind teilweise mit Moos bewachsen, teilweise von Wurzeln oder gar Baumstämmen durchdrungen. Für Autofans und Fotografen ist „Old Car City“ ein Paradies.

Einige Impressionen bietet folgendes Video:

Auch in Deutschland gibt es einen solchen Autofriedhof. Mehr darüber erfährst du auf lokalkompass.de.

7. Die längste Oldtimer-Rallye der Welt ging einmal um den Globus

Von London nach London in 80 Tagen – so lautete das Motto der Endurance Rally Association, als sie im Jahre 2000 zur längsten Oldtimer-Rallye der Welt aufrief, an der 43 Fahrzeuge teilnahmen.

Die Strecke führte zunächst quer durch Europa nach Istanbul, von dort aus über die Seidenstraße in Richtung Peking. Mit dem Flugzeug wurden die Fahrzeuge nach Alaska transportiert und fuhren von dort bis New York City. Nach einem weiteren Flugtransport führte die letzte Etappe von Marrakesch über die Pyrenäen zurück nach London. Dies ist bisher die längste Oldtimer-Rallye der Welt, sowohl die Distanz als auch die Dauer von 80 Tagen betreffend.   

8. Die ältesten noch fahrenden Fahrzeuge der Welt werden mit Dampf betrieben

Der De Dion Bouton Et Trepardoux Dos-A-Dos Steam Rounabout von 1884 – oder kurz „La Marquise“ genannt – ist eins der ältesten, noch funktionierenden Kfz der Welt. Angetrieben wird es durch 2 Dampfmaschinen mit jeweils 2 PS Leistung. Mit einer Tankfüllung kann man 32 Kilometer weit fahren, bevor der Wagen sich in Bewegung setzt, muss der Heizkessel jedoch etwa 45 Minuten erhitzt werden.

Dampfahrzeuge gibt es seit 1769; es waren die ersten Kfz überhaupt. Erst 1914 hatten benzin- und gasbetriebene Fahrzeuge ihre dampfbetriebenen Vorgänger vollständig abgelöst. Exoten wie „La Marquise“ oder der noch ältere „Greenville Dampfwagen“ von 1875 bleiben uns aber bis heute funktionstüchtig erhalten.

9. 5,23 Mio. Kilometer mit nur 3 Motoren: Der Volvo P1800 S ist Rekordhalter

Als Irv Gordon im Jahre 1966 zum ersten Mal den Motor seines Volvo P1800 S startete, hätte er bestimmt nicht geglaubt, dass er mit diesem Auto einen Weltrekord aufstellen würde. Seit 1987 hält Gordons Volvo den Kilometerrekord für Pkw – ohne, dass außergewöhnliche Reparaturen am Wagen durchgeführt werden mussten. 

2013 knackte Gordon die 3 Millionen-Meilen-Marke, das entspricht etwa 4,8 Millionen Kilometern. Nur 2 Motorenwechsel brauchte der P1800 S, um diese bewundernswerte Distanz zurückzulegen. Den letzten Motorenwechsel führte Gordon 2009 durch und das nicht einmal aus Notwendigkeit, sondern nur, da sein Motor Schwierigkeiten hatte, die steilen Hochstraßen der Rocky Mountains zu bewältigen. In einem Interview sagte Irv Gordon über seinen Volvo: „Ob ich die 4 Millionen Meilen schaffe, ist mehr von mir als vom Auto abhängig. Das Auto könnte es durchstehen, aber bei mir bin ich mir da nicht sicher.“

Leider verstarb Gordon 2018 im Alter von 77 Jahren. Sein Volvo P1800S hatte ihn fast sein ganzes Leben begleitet, nämlich 3.250.257 Meilen weit (5,23 Millionen km). Ihm und seinem Wagen ist auf ewig im Guinness-Buch der Rekorde ein Denkmal gesetzt.

Sollte bei eurem Oldtimer oder Youngtimer der Motor doch mal streiken, findet ihr bei uns die passenden Ersatzteile.

Volvo P1800

10. Seit 2001 ist die Zahl der eingetragenen H-Kennzeichen/Emissionsklasse 0098 um 709,23 % gestiegen

Seit 1997 das H-Kennzeichen eingeführt wurde, nehmen immer mehr Auto-Fans die Vorteile einer Oldtimer-Zulassung in Anspruch.  Waren 2001 noch knapp 65.000 Kfz mit H-Kennzeichen angemeldet, hat sich die Zahl in den darauffolgenden Jahren versiebenfacht: 2020 fuhren in Deutschland 526.002 Oldtimer mit dem H-Kennzeichen bzw. der Zulassung der Emissionsklasse 0098.

Im Jahr 2020 betrug der Anteil von 857.044 Oldtimern an der Gesamtanzahl von 47 Mio aller zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland 1,8%. 200.000 weitere Oldtimer stehen in Sammlungen, Museen, befinden sich in der Restaurierung oder sind stillgelegt.  

Weitere Informationen über die Vorteile des H-Kennzeichens und was du bei der Zulassung zu beachten hast, erfährst du in unserem Artikel „Das Oldtimer Kennzeichen – Alles, was Sie wissen müssen“