Toyota Corona: Ein Fahrzeug geht viral

01.04.2020

Toyota Corona: Ein Fahrzeug geht viral

Er war eines der wichtigsten Autos für Toyotas Stellung auf den Exportmärkten und muss sich aktuell seinen Namen mit einem Virus teilen, der die Welt erschüttert: Der Toyota Corona. Erfahre im Folgenden, wie dieses Fahrzeug auf dem japanischen Markt viral ging!

Datsun Bluebird vs. Toyota Corona: Die Anfänge des BC-Kriegs

Das Wort „Corona“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „Krone“. Nichts anderes wollte der japanische Automobilhersteller Toyota seinen Kunden und Konkurrenten vermitteln, als er im Jahr 1957 sein neues Oberklassemodell, den Corona T10, vorstellte. Das als Limousine und Kombi angebotene Fahrzeug erreichte mit seinen 33 PS Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h und war eine deutliche Kampfansage an den konkurrierenden Automobilhersteller Datsun: Sowohl in Ausstattung, Optik und Motorleistung stand der Corona T10 dem ebenfalls 1957 vorgestellten Datsun Bluebird in nichts nach. Es begann eine Auseinandersetzung zwischen Toyota und Datsun, die als BC-War (Bluebird-Corona-Krieg) in die Automobilgeschichte einging und 9 Jahre andauern sollte.

Toyota Corona T10
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Das erste Modell des Toyota Corona: Der T10.

Bereit für den Westen: Corona T20

Nach einer ersten Niederlage Toyotas im BC-Krieg innerhalb Japans brachte der Automobilhersteller im Jahr 1960 eine Weiterentwicklung des Corona, den T20 auf den Markt. Nach Vorlage europäischer Erfolgsmodelle wie Ford und Renault wurde das Design des Corona optimiert und außerdem eine PickUp-Variante eingeführt, um mehr Kunden anzusprechen. In drei verschiedenen Hubraumgrößen und wahlweise mit Automatikgetriebe war die Corona-Reihe nun breit aufgestellt für einen Export nach Amerika, Australien und Neuseeland – und auch überall dort musste Toyotas Oberklassemodell sich stark gegen seinen Erzfeind, den Bluebird, behaupten. Der Kampf zwischen Datsun und Toyota spitzte sich vor allem in Japan drastisch zu, wo beide Unternehmen über die heimische Presse nichts unversucht ließen, den Platz der Nummer 1 Automobilmarke Japans zu erringen.

Toyota Corona T20
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Deutlich zu erkennen: Die Design-Anpassungen des Corona T20 an europäische Verkaufsschlager.

Erfolge auf dem Exportmarkt: Corona RT40

Erst im Jahr 1965 gelang Toyota der Durchbruch. Die dritte Generation des Corona wurde im Frühjahr um das Sportmodell Corona T60 erweitert, das mit einer Leistung von 90 PS Eindruck auf dem Markt machte. Wenige Monate später war es dann soweit: die Modelle Corona RT40 und RT50 sollten Toyotas Sieg gegen Datsuns Bluebird auf dem Exportmarkt bedeuten. Das extravagante Design, mit dem diese dritte Corona-Generation daherkam, eroberte die Herzen der Europäer im Sturm. Toyotas geplante Absatzzahlen wurden zwar nicht erreicht, weil Toyota außerhalb Japan kaum bekannt war; doch handelte es sich beim RT40 um das erste Toyota-Modell, das im Westen auf Akzeptanz stieß – und um das erste Einzelmodell, das in Japan mehr als eine Million Mal verkauft wurde. Der optisch an Ford-Fahrzeuge erinnernde Erfolgswagen wurde 1969 in den USA zum Importwagen des Jahres ernannt und half somit Toyota, eine weltweit bekannte und beliebte Automobilmarke zu werden.

Toyota Corona RT40
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Erst die dritte Generation des Corona, der RT40, schaffte es mit nachhaltigem Erfolg in den Westen.

Der Toyota Corona als Oldtimer

Noch bis 2001 wurde der Toyota Corona fortwährend weiterentwickelt, bis er durch den Premio abgelöst wurde – ein Glück für Toyota, wenn man bedenkt, dass die Biermarke Corona in den letzten Wochen aufgrund ihres Namens Einbrüche in den Verkaufszahlen zeigte. Als Oldtimer ist der Corona in Deutschland kaum erhältlich und daher auch nicht besonders bekannt. Wer so ein Fahrzeug auf den Straßen sieht, sollte sich glücklich schätzen!